Meret Oppenheim — Auf der Suche nach der poetischen Fülle des Lebens

Vortrag von Dr. Annabelle Görgen-Lammers, Ausstellungskuratorin sowie Leiterin Sammlung Skulptur & Plastik, Hamburger Kunsthalle

Vor über 100 Jahren begründete der Dichter André Breton in Paris mit dem Surrealismus die wirkmächtigste künstlerische Bewegung des 20. Jahrhunderts. Sie versammelte Dichter und bildende Künstler, umfasste alle Medien, war von Anfang an international ausgerichtet und stellte Fragen, welche heute wieder besonders relevant scheinen.

Die ersten Höhepunkte ihrer künstlerischen Tätigkeit schuf Meret Oppenheim, als sie sich im Paris der frühen 1930er Jahre in diesem Umfeld bewegte. Ihre „Pelztasse“ sollte eine Inkunabel des Surrealismus werden. Die teils sehr einseitige Rezeption ihres Gesamtwerks seit diesem frühen Erfolg ist allerdings differenziert zu betrachten. Wofür stand die Bewegung in dieser Zeit genau? Welche Fragestellungen, Überzeugungen, Themen und Methoden verhandelte sie und welche davon waren für Oppenheim wichtig?

Dabei griff die surrealistische Suche nach der poetischen Fülle des Lebens und einer „höheren Revolte des Geistes“ auch auf Vorläufer zurück. Eine ihrer wichtigsten „Wahlverwandtschaften“ bestand erstaunlicherweise zur deutschen Romantik des frühen 19. Jahrhunderts. Oppenheim und ihre Wegbegleiter bezogen sich zeitlebens immer wieder auf diese Epoche. Görgen-Lammers beleuchtet in ihrem Vortrag Oppenheims teils expliziten Hommagen, aber etwa auch die frühe Begeisterung von Max Ernst für die deutsche Romantik, und sie zeigt, dass sich entsprechende Referenzen bei den Surrealisten sogar bis in die Zeit des 2. Weltkriegs hineinfinden lassen.

 

Dr. Annabelle Görgen-Lammers arbeitet seit 2004 als Wissenschaftlerin, Ausstellungskuratorin, Sammlungs- und Projektleiterin an der Hamburger Kunsthalle. Neben der Konzeption neuartiger Sammlungspräsentationen liegt ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf der Kuratierung von Ausstellungen, deren zeitlicher Fokus vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der modernen Kunst, insbesondere dem Surrealismus, über den sie bereits 2003, nach Studienaufenthalten in Braunschweig, Hamburg und Paris, ihre Dissertation verfasst hat.

 

Meret Oppenheim, Caroline, 1984 (Detail), LEVY Galerie

 

Termin

  • Meret Oppenheim — Auf der Suche nach der poetischen Fülle des Lebens

    Vortrag von Dr. Annabelle Görgen-Lammers, Ausstellungskuratorin sowie Leiterin Sammlung Skulptur & Plastik, Hamburger Kunsthalle

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

Tickets

Karten zu dieser Veranstaltung sind zum Preis von 12€ (inkl. Getränke) im E-Ticketshop oder an der Stiftungskasse erhältlich. (Einlass ab 18.30 Uhr (freie Platzwahl), Veranstaltungsbeginn 19.00 Uhr)

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