Einhornhexe —

Meret Oppenheim & Freunde

Im vergangenen November vor 40 Jahren starb Meret Oppenheim im Alter von 72 Jahren. Als das surrealistische Manifest 1924 von André Breton in Paris verfasst und veröffentlicht wurde, war Oppenheim erst 11 Jahre alt. Während Künstler, Philosophen und Schriftsteller in den Bars und Cafés von Montparnasse und Montmartre bereits neue Formen von Kunst und Gesellschaft diskutierten und sich zu einer gemeinsamen Bewegung verbanden, lebte sie noch mit ihrer Familie in Lörrach. Neben André Breton, Paul Éluard und Max Ernst stießen schon bald weitere Künstlerpersönlichkeiten aus ganz Europa zu dieser Gruppierung, etwa der Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti.

1932 bestiegen auch Meret Oppenheim und Irène Zurkinden, mit damals gerade 18 Jahren, in Basel einen Zug nach Paris, wo ihre Schweizer Bekannten Kurt Seligmann, Hans Rudolf Schiess und Jean Arp bereits fest zum Kreis der Surrealisten zählten. Durch sie lernte Oppenheim Man Ray, Max Ernst, Alberto Giacometti, Leonor Fini, Dora Maar und Marcel Duchamp kennen.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz Ende der 1930er-Jahre prägte Oppenheim mit den in Paris gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen, die sie zu einer ganz eigenen, unverwechselbaren künstlerischen Formensprache entwickelte, viele junge Schweizer Künstlerinnen und Künstler, darunter Daniel Spoerri und Dieter Roth.

Die Ausstellung Einhornhexe – Meret Oppenheim & Freunde untersucht einerseits, welche Einflüsse die Begegnung mit den Surrealisten in Paris auf die Kunst von Oppenheim hatte. Ein zweiter Schwerpunkt ist ihre prägende Wirkung auf die nachrückende Künstlergeneration in der Schweiz. Zahlreiche Arbeiten der Weggefährten im späteren Verlauf ihrer Karriere werden in der Ausstellung präsentiert und zeugen von der Strahlkraft von Meret Oppenheim, die heute als eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gilt.

 

Termine

  • Ausstellungseröffnung (Anmeldung nicht erforderlich)
    Einführungsvortrag von Dr. Belinda Grace Gardner, Kunst- und Literaturwissenschaftlerin, Hamburg. Im Anschluss ein Dialog mit Thomas Levy, Galerist und Kurator, Hamburg

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

  • Vortrag von Dr. phil. Anne Simone Kiesiel, Hamburg

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

  • Kurzfilmabend Schein oder Sein – Surrealismus im Film. Ein Dialog mit Meret Oppenheims Werk mit Uta Pape, Kulturmanagement, Bielefeld

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

  • Vortrag von Dr. Annabelle Görgen-Lammers, Hamburg

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

  • Musik- und Vortragsabend mit Dirk Strehl, Herford, und Shawn Grocott und Kosta Delinikolov, Detmold

    Einlass: 18.30 Uhr
    Beginn: 19 Uhr

 

(v.l.n.r.) Meret Oppenheim, Poster Pelztasse (fond rouge), 1971, LEVY Galerie, © VG-Bildkunst, Bonn 2026. Man Ray, Metronom (Perpetual Motive), 1970 (1923), ahlers collection, © Man Ray Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Hans (Jean) Arp, Constellation 2 de l'oiseau aquatique, 1951, ahlers collection, © VG Bild‑Kunst, Bonn 2026.

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Zwischen Ekstase und Selbstbestimmung